Sonntag, 26. Februar 2017

Windy Welly

In der Nacht sind wir von New Plymouth nach Wellington geschippert. Von den 9 Windstärken habe ich zum Glück nichts mitbekommen. Und am frühen Morgen nahm der natürliche Hafen, in der die Stadt liegt, uns sanft in Empfang und die Lotsenboote erledigen in Windeseile ihren Job.


Neben uns trudelt kurze Zeit später ein schwimmendes Hochhaus auf, die Emerald Prinzess mit 3200 Passagieren, und raubt uns die Sicht.

   die  Emerald Prinzess in der Abendsonne 

Die Hauptstadt Neuseelands hat den Spitznamen "Windy Welli", weil es hier wohl oft und stark windet.
Für uns hält die Stadt allerdings ein regelrechtes Traumwetter bereit, das eher an Italien erinnert.
Am Morgen mache ich einen Ausflug durch die Stadt mit. Die wesentlichen Punkte werden abgefahren und man darf ein paar Schritte laufen.
Das neue Parlamentsgebäude nennt der Volksmund "Bienenstock ". Rechts daneben das alte Parlamentsgebäude und die Bibliothek. 


Drumherum stehen noch einige alte Bäume und leider nur noch sehr wenige alte Gebäude. Im Modernisierungsrausch wurde alles abgerissen. Als Alibi musste der Erdbebenschutz herhalten, aber letztendlich ging es um viel Geld.



Die Old St. Pauls Kirche ist vollständig aus Holz gebaut, 1866 wurde sie im englischen neugotischen Stil erbaut.


Danach schraubt sich der Bus enge kurvenreiche Straßen entlang, bis er es auf den 196 m hohen Mount Viktoria geschafft hat. Die Häuser kleben alle förmlich am Hang, unter- und übereinander. Wer viel Geld hat, lässt sich von der Straße aus einen privaten Aufzug bis in sein Reich bauen.
Wer hier wohnt, muss also reich und/ oder jung und beweglich sein. Mit einem körperlichen Gebrechen bist du aufgeschmissen. Keine Ahnung, wie man sich hier mit Lebensmitteln versorgt. Irgendwo gibt es auch Supermärkte. Aber ohne Auto um steile Treppen läuft nichts. Selbst eine Sänfte würde es nicht bringen.


Ganz oben haben wir einen tollen Blick über Wasser und Land, bis hin zum Flughafen, der als einer der gefährlichen der Welt zählt- wegen der Winde.



Den Abschluss bildet ein Besuch im Te Papa Tongarewa, dem Nationalmuseum Neuseelands.




Endlich sehe ich Kiwis. Leider nur ausgestopfte...


Das Museum ist ziemlich groß, modern und interaktiv gestaltet. Das wiederum ist nicht so mein Ding. Vor allem mag ich es nicht, wenn ich mich ständig im Kreise drehe, weil es keinen vorgeschlagen Pfad gibt.
Gezeigt werden nur rein neuseeländische Objekte.

Nach dem Mittagessen raffe ich mich noch einmal auf, fahre mit dem Shuttlebus in die Innenstadt und nehme das nächste Cable Car den Berg hinauf bis auf 610m, nach Kelburn, wo sich auch der Botanische Garten befindet. 


Die Aussicht auf dem Mount Victoria war besser. Aber der Botanische Garten lockt mich. Kaum eingetaucht, umgibt mich ein Zikadenkonzert in Symphoniestärke.


Leider ist es mittlerweile richtig heiß, und auch im Schatten fühlt es sich kaum besser an. Wegen Zeitknappheit hätte ich eine bestimmte Route nehmen müssen, die mich steil bergab und dann wieder hoch geführt hätte. Vorsichtshalber habe ich nach 10 Minuten kehrt gemacht und somit nichts gesehen, aber immerhin ein Konzert genossen.

Schön war der Tag!

Viele schwärmen von Wellington. Mir wäre es hier zu eng, alles ist wie am Hang festgeklebt , zu kurvenreich. Nur die City liegt auf dem Land, das dem Meer abgerungen wurde.
Ich laufe noch eine Weile hin und her, suche nach den wenigen alten Häusern.




Mit einem Shuttlebus geht es zurück auf das Schiff, wo mich ein 
Highlight erwartet.
Nach 7 Tagen !!! ist meine Reisetasche an Bord abgeliefert worden. Eigentlich hätte sie schon in Auckland da sein können. Von mittags bis 21Uhr haben sie es nicht geschafft, das bereitstehende Gepäckstück auszuliefern. Dafür wurde es dann auf einen Flug bis nach Wellington geschickt. Das war offenbar deren einfachere Variante.




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